Ich arbeite als Schulische Heilpädagogin in der Mittelstufe einer öffentlichen Schule mit altersduchmischten Klassen in der Schweiz. Die SchülerInnen sind im 3. – 6- Schuljahr und ich erlebe seit Jahren wie SchülerInnen im Laufe ihrer Schulzeit an Sicherheit gewinnen und sich vertrauensvoll öffnen.

Zum Lernen brauchen wir das Gefühl von Sicherheit, Selbstwirksamkeit und Wertschätzung

Voraussetzungen zum Lernen ist das Gefühl, sicher in einer Gruppe aufgehoben zu sein, gesehen und wertgeschätzt zu werden und Selbstwirksamkeit zu erleben.

Dies kann durch Aufgaben motiviert und angeregt werden, wenn SchülerInnen weder überfordert noch unterfordert sind. Sie gewöhnen sich daran, dass nicht alle gleichzeitig dieselben Aufträge lösen. Sie beginnen, sich mehr über ihre eigenen Fortschritte zu freuen, anstatt sich frustriert zu vergleichen.

Jüngere SchülerInnen sowie solche mit Sonderschulstatus bekommen in altersdurchmischten Klassen in der Regel einfachere Aufgaben und kleinschrittigere Unterstützung. Sie orientieren sich an den Älteren und eifern ihnen nach.
Während es in Jahrgangsklassen oft jahrelang dieselben Kinder und Jugendlichen sind, ändert sich das in altersdurchmischten Gruppen stetig. Auch ein integriertes, in Teilbereichen beeinträchtigtes Kind, kann jüngere MitschülerInnen unterstützen. Einmal nehmen SchülerInnen Unterstützung an, dann wieder erklären sie anderen etwas. That’s part of the game.

Wenn wir Wissen weitergeben, fühlen wir uns kompetent. Wenn wir Unterstützung bekommen, fühlen wir uns gesehen.

Wird die Verschiedenartigkeit bewusst eingesetzt, bietet das Lerngelegenheiten und die Sozial- und Selbstkompetenzen erhöhen sich. Das wiederum wirkt sich positiv auf das Lernen in Sachbereichen aus.

Die SchülerInnen von heute sind die Erwachsenen von morgen. Sie lernen, Unterschiedlichkeit als Chance zu nutzen und auf Unbekanntes mit Neugierde anstatt mit Angst und Abwehr zu reagieren. Eine Gesellschaft lebt wie eine Schulklasse von der Vielfalt.

Je besser ein Mensch seine Stärken kennt und Gelegenheit hat diese umzusetzen, desto eher kann er auch zu seinen Schwächen stehen. Sein Wissen weitergeben und auch Unterstützung annehmen, lässt ihn sich in unterschiedlichen Rollen erleben. Dies stärkt die Empathie für Menschen, die anders sind. Dadurch braucht er das Fremde weniger zu bekämpfen. So erlebt er sich in der Klasse als wertvollen Teil eines vielfältigen Ganzen, wie er sich später als verantwortungsvoller Erwachsener in der Gesellschaft fühlen wird. Er konnte sich seinen Fähigkeiten entsprechend in der Klasse einbringen und wird sich dadurch später vermehrt für seine Mitmenschen und unsere Gesellschaft einsetzen.

Und genau das braucht unsere gobale Welt für ein friedliches Zusammenleben.

Als INSPIRATIONS-COACH begleite ich Lehrpersonen, Eltern und SchülerInnen auch ausserhalb der Schule, wenn es darum geht mit schwierigen Situationen rund um die Schule klar zu kommen.

Zusatz:

Jedes Schuljahr werden alle 7 Klassen auf unserer Mittelstufe neu zusammengesetzt: Ein Jahrgang wechselt in die Oberstufe, während einer aus der Unterstufe neu dazu kommt.
In einem grossen Schulzimmer, sitzen auf der einen Seite die 3./4. Klasse und auf der anderen die 5./6. Im Gruppenraum in der Mitte versammeln
sich jeden Morgen alle SchülerInnen mit ihren Lehrpersonen zum Morgenritual.
Eine Gemeinschaft bestehend aus rund 40 SchülerInnen im Alter zwischen 9 und 13 Jahren. Sie wird begleitet von den Klassenlehrpersonen, der Schulischen Heilpädagogin, den Assistenzpersonen und SeniorInnen. Täglich werden alle begrüsst und informiert, wo die Abwesenden sind. Der Tagesablauf wird besprochen, Aktuelles ausgetauscht und miteinander gesungen. Danach verteilen sich die Klassen in Lerngruppen.
Die SchülerInnen sind sehr unterschiedlich in ihrem Alter, ihrer Herkunft, ihrem Aussehen, ihren Begabungen, Vorlieben und Arbeitstempi. Unsere Arbeit als Lehrpersonen wird daduch bereichernd und herausfordernd zugleich. Dazu ist ein gut funktionierendes Team mit  flexiblen Menschen und engagierter, kompetenter Leitung unabdingbar.
Wie bei unseren SchülerInnen auch, versuchen wir unsere Vielfalt im Team gezielt einzusetzen. Langjährige Erfahrung mit neusten Erkenntnissen verbinden sich in unserem Team. Es besteht aus jungen Lehrpersonen und solchen, welche schon viele Jahre in unserer Schule arbeiten.
Nur gestärkte Lehrpersonen können in ihren SchülerInnen das Positive sehen und fördern und sie freudvoll beim Lernen begleiten: In einer Schule, die weiter geht…