Wie kannst du Selbstliebe in deiner Beziehung leben, ohne dabei egoistisch zu wirken?

Es macht einen grosser Unterschied, ob sich Partner in einer Beziehung angepasst oder egoistisch verhalten.

Der angepasste Partner wirkt zuvorkommend und stellt seine eigenen Bedürfnisse zurück, um die Wünsche der anderen aufopfernd zu erfüllen. Die Gefahr besteht darin, dass er sich früher oder später manipuliert fühlt. Obwohl er sich „freiwillig“ angepasst hat, macht er dem andern oft später Vorwürfe.

Der egoistische Partner sagt, was er will und ist darauf bedacht, dass der Partner nach seinen Vorstellungen handelt. Der andere kann sich noch so bemühen, wirklich gelingen kann dies auf Dauer kaum: Die Ansprüche steigen, während die Zufriedenheit sinkt.

Zwei extreme Persönlichkeiten können zwar in einer abhängigen Beziehung funktionieren. Dann wenn der Eine bestimmt, und der Andere sich anpasst, Doch weder Aufopferung noch Egoismus führen zu einer freien Beziehung.

Die eigenen Wünsche zulassen, wahrnehmen und ausdrücken führt zu einer freieren Beziehung

In einer ausgeglichenen Partnerschaft auf Augenhöhe geht es darum, Gemeinsamkeiten zu leben. Die Voraussetzungen dafür sind, die eigenen Wünsche zuzulassen, wahrzunehmen, auszudrücken und offen und interessiert für die Wünsche des anderen zu sein.

Dafür ist es wichtig, dass beide auch Zeit mit sich alleine verbringen und sich die eigenen Bedürfnisse selbst erfüllen. Statt Ansprüche an den anderen zu stellen, geht es vielmehr darum, zufrieden mit sich zu sein. Beide geben sich selbst Wertschätzung. Dadurch werden sie unabhängig davon, was das Gegenüber tut oder sagt. Denn die gegenseitige Erwartung, einander glücklich machen zu müssen, erzeugt unfreie Gefühle.

Selbstliebe beginnt mit Ehrlichkeit gegenüber sich selbst oder warum Qualitätszeit vor Quantität kommt

Ehrlich wahrnehmen, was einem selbst wichtig ist. Damit ist nicht gemeint, auf die eigenen Vorstellungen fixiert zu bleiben, vielmehr darauf zu achten, dass die eigene Gefühle angenehm und kraftvoll bleiben. Mit liebevollem Gefühl aufeinander einzugehen ist ein gegenseitiges Geschenk und stärkt die Beziehung.

Bei sich zu bleiben, wird dann zur Herausforderung, wenn sich das Gegenüber etwas anderes wünscht und ich spüre, dass Einwilligung auf Kosten meines guten Gefühls geht. Es gibt Momente, da ist es nicht möglich, eine Entscheidung zu treffen, die für beide passt. Dann setzt sich jeder selbst an die erste Stelle. Sich selbst gegenüber treu zu bleiben, ist ehrlich und wirkt sich längerfristig positiv auf das eigene Leben und auf die Beziehung aus. Das hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern mit Selbstliebe. Jeder tut das, was mit gutem Gefühl möglich ist, gleich-gültig, ob gemeinsam oder jeder für sich. Anschliessend tauschen sich beide erfüllt darüber aus, was sie erlebt haben. Das bringt mehr Verbindung und Freude als schwerfällige Kompromisse. Das Gefühl, immer möglichst viel Zeit gemeinsam erleben zu müssen macht eng. Davon auszugehen, dass die Verbundenheit auch da ist, wenn Menschen sich nicht gerade am selben Ort aufhalten, bringt das Gefühl von Dankbarkeit und Reichtum und macht eine Beziehung noch wertvoller. 

Beantworte 3 Fragen zu deiner SELBSTLIEBE und finde heraus, wie du dir dein Leben leichter machen kannst:

Fragen:

  1. Es passiert mir ein Missgeschick. Wie reagiere ich?
    a) Ich verurteile mich innerlich oder lautstark, indem ich Sätze zu mir sage wie: „Das ist wieder typisch!“ „So etwas kann nur mir passieren!“ Mensch, bin ich doof, unfähig….!“
    b) Ich bleibe innerlich ruhig und sage mir Sätze wie: „Das kann jedem mal passieren!“, „Dumm gelaufen…!“
  1. Ich bin wütend, traurig oder entnervt. Wie reagiere ich?
    a) Ich möchte das Gefühl möglichst schnell los haben und versuche mich abzulenken mit Sport, Schokolade, Alkohol, ich ziehe mich zurück, ich fange an zu schimpfen.
    b) Ich spüre in mich hinein, nehme wahr, wo im Körper ich das Gefühl gerade wahrnehme, atme hinein und beobachte, wie es sich verändert und sage mir dazu: „Alles darf jetzt da sein.“
  1. Ich stehe nackt vor dem Spiegel. Was sage ich mir?
    a) Ich achte auf alle Stellen, die ich lieber anders haben möchte und zähle auf, was mir nicht gefällt mit Sätzen wie: „Das wird auch immer schlimmer!“ oder „Das hat auch schon mal besser ausgesehen!“ „Warum bin ich der Einzige / die Einzige, welche…!?“
    b) Ich freue mich darüber, dass ich gesund bin und bin dankbar für alles, was ich durch meinen Körper jeden Tag erfahren kann. Ich sage mir dabei Sätze wie: „Niemand ist perfekt!“ „Sogar auf professionellen Bildern wird technisch nachgeholfen!“

Auswertung:

Findest du deine Reaktionen eher in den Antworten unter a) oder unter b)?

Die Antworten unter a) zeigen dir, dass du oft mit dir so umgehst, wie du deinen besten Freud / deine beste Freundin nie behandeln würdest. Deine eigenen Sätze, welche du zu dir selbst sagst, erzeugen Gefühle in dir, welche es dir vermutlich oft schwer machen, leicht und freudig mit Situationen umzugehen. Solchen immer wiederkehrenden Gedanken liegen alte Glaubenssätze zu Grunde. Diese sind früher einmal entstanden und beeinflussen dich bis heute von deinem Unterbewusstsein aus, ohne dass es dir gelingt, sie durch deinen Willen zu verändern.

Die Antworten unter b) zeigen dir, dass du bereits einen freundschaftlichen, liebevollen Umgang mit dir pflegst. Vermutlich gehst du auch entsprechend mit deinen Mitmenschen aufmerksam um. Deine Selbstliebe scheint dir im Leben einiges zu erleichtern.

Möchtest du deine Gewohnheiten verändern? Wünscht du dir dabei Unterstützung durch mich?

Melde dich noch heute bei mir. Gerne begleite ich dich, denn du musst nicht alles alleine schaffen!

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