Überall da, wo wir mit Menschen zu tun haben, geht es direkt oder indirekt um Beziehungen. Wiederum ein wichtiger Bestandteil unserer Beziehungen sind Gespräche. Gute Beziehungen untereinander bilden die Grundlage für konstruktive Gespräche und sie erhöhen die Chance, dass alle Beteiligten das Gespräch zufrieden und gestärkt verlassen. Tragende Beziehungen erleichtern es uns, andere Ansichten zu akzeptieren. Dabei ist die Beziehung zu uns selbst aber zentral.

Gerade im schulischen und familiären Bereich sind Probleme oft emotionsgeladen. Dies, weil uns Familienthemen enorm wichtig sind und wir in der Regel gefühlsmässig stark involviert sind. Nicht selten spielen aber eigene Erlebnisse aus der Kind- und Schulzeit da auch noch mit hinein und beeinflussen unser Verhalten. Wenn uns Gefühle aus unserer Vergangenheit unbewusst beeinflussen, wird es schwierig, sachlich und lösungsorientiert miteinander zu sprechen. 

Im schulischen Bereich zeigt sich diese Problematik oft zwischen SchülerInnen, Lehrpersonen und Eltern und im familiären Bereich zwischen Eltern und Kindern, zwischen (Ehe-)Partnern und auch zwischen Verwandten.

Treffen nun die Bereiche Schule und Familie aufeinander, erhöht sich das Potenzial für Missverständnisse zusätzlich. Genau deshalb ist es hilfreich, sich selber und unsere Gegenüber zu kennen und gegenseitiges Verständnis und Vertrauen aufzubauen.

Gelingt es dieses gegenseitige Verständnis füreinander aufzubauen bevor es heikle Themen zu besprechen gibt, kann sich folgende gemeinsame Haltung entwickeln: „Jeder tut sein Möglichstes zum Wohle des Kindes.“

In dieser Haltung wird das Gegenüber als Gesprächspartner wahrgenommen und nicht als Gegner, den es zu überzeugen gilt. Jeder darf seinen Standpunkt vertreten und gemeinsam wird ein Weg gefunden.

Nicht selten sind aktuelle Probleme/Themen also mit alten, verletzenden Erlebnissen aus unserer Vergangenheit verknüpft, die unser Verhalten bis heute beeinflussen. Dies zu verstehen und zu realisieren, dass Gespräche im familiären Leben auch deshalb oft anspruchsvoll sind, weil uns Familienmitglieder gefühlsmässig nahe stehen, sind zwei zentrale Erkenntnisse, die uns den Weg zu harmonischeren Beziehungen frei machen.